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Novemberblues

von Ramona Hapke

Wenn die Tage im Herbst kürzer werden, spüren viele Menschen eine gewisse Antriebs-, Lust- und Freudlosigkeit. Der Grund für die üble Laune oder Müdigkeit am Tag liegt in der dunklen Jahreszeit an sich. Unser Bio-Rhythmus reagiert auf die weniger werdenden Sonnenstunden und schaltet einen Gang herunter. An sich ist das also etwas ganz Normales.

Aufgrund des Lichtmangels ab dem Herbst erhöht der Körper die Produktion von Melatonin. Das sog. Schlafhormon führt dazu, dass wir müde werden, sobald es dunkel wird. Melatonin wird bei Licht wieder abgebaut. Sind die Tage kürzer, bleibt der Melatonin-Spiegel hoch und lässt die Stimmung sinken. Bei besonders sensiblen Menschen bewirkt ein erhöhter Melatonin-Spiegel jedoch eine Winterdepression, eine jahreszeitlich auftretende Störung des Gefühlslebens.

Und noch ein Hormon lässt unsere Stimmung nicht so recht auf Touren kommen: Serotonin. Wegen der geringen Sonneneinstrahlung im Herbst und Winter wird zu wenig des lichtabhängigen Botenstoffes produziert. Serotonin, auch Glückshormon genannt, hellt die Stimmung auf und sorgt bspw. dafür, dass wir mit Stress besser umgehen können.

Der Begriff Novemerblues wird landläufig für eine eher harmlose Form der Winterdepression verwendet. Eine getrübte Stimmung ist nicht wirklich eine Krankheit. Allerdings beeinträchtigt sie unser Leben. Nasskaltes Wetter, kahle Bäume, das Fehlen bunter Blüten, kurze Tage und mangelnde Bewegung an frischer Luft lassen schnell ein Seelentief heraufziehen.

Doch wir können etwas gegen trübe Gedanken und Antriebslosigkeit tun!
Fassen wir zusammen: von einem zu wenig (Serotonin), vom anderen (Melatonin) zu viel. Dann nehmen wir es doch so, wie es ist und machen es uns erstmal gemütlich, statt ununterbrochen gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Auf der Couch lümmeln, ein längst begonnenes Buch weiterlesen, Lieblingsmusik hören.

Sich selbst etwas Gutes tun, das ist grundsätzlich der Schlüssel zu mehr Freude, und zwar nicht nur, wenn der Blues zuschlägt. Für den einen ist es ein Bad in einer wohlig warmen Badewanne, andere zaubern eine angenehme Stimmung mit Kerzen und natürlichen Düften, die an den Sommer erinnern. Aber auch farbenfrohe Kleidung und Accessoires erhellen das Gemüt.

Apropos hell: Für den Hausgebrauch kann man spezielle Leuchten kaufen, die das Tageslicht simulieren. Allerdings ist unbestritten, dass Tageslicht selbst an dunklen Tagen effektiver ist als jede Lampe.

Nur konsequent, dass der nächste Tipp lautet: Raus ins Freie! Bewegung an frischer Luft und bei Tageslicht bringt den Kreislauf in Schwung. Und: Licht tanken geht auch in der Mittagspause!

Für alle, die sich draußen ausgepowert haben, folgt nun die gute Nachricht: Genießen Sie! Natürlich gesund mit frischem Obst, viel Gemüse, Kohlehydraten (für die Ankurblung der Serotoninproduktion), Nüssen und Schokolade. Ja, Belohnungen dürfen sein, wenn es draußen stürmt und schneit. Die Menge macht’s. Hier muss jeder sein eigenes Gesundheitsrisiko im Auge behalten.

Häufig stellen sich besonders zum Abend hin düstere Gedanken ein. Ihnen begegnet man am besten ganz bewusst, indem man sich positive Ereignisse des Tages in die Erinnerung ruft: Kleinigkeiten, die einem ein Lächeln abringen, Vorsätze, etwas Neues auszuprobieren. Oder aber man rafft sich auf auszugehen, Freunde zu treffen. Manchmal reicht auch ein spontaner, kurzer Abendspaziergang „um den Block“, um sich von quälenden Gedanken zu befreien.

Hat sich der Blues dennoch zu einer Winter- oder Lichtmangeldepression entwickelt, kann eine Lichttherapie Linderung verschaffen. In Praxen und Kliniken werden dafür besonders helle Lampen eingesetzt.
Helfen können zudem psychotherapeutische Gespräche sowie bestimmte Medikamente, die aber nur in Absprache mit dem Arzt oder Apotheker des Vertrauens eingenommen werden sollten.

Kommen Sie zu uns in die Apotheke, wir beraten Sie gerne umfassend und individuell!

Text und Bild: Ramona Hapke

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